Pimp Your Town – SchülerInnen entwickeln konkrete Ideen für Gehrden

Mehr Wasserspender und Bänke in der Stadt – bessere Ausstattung der Schulen

Hände hoch für Demokratie. 75 Schülerinnen und Schüler stimmen über ihre Anträge in einer "Ratssitzung" im Bürgersaal ab
Hände hoch für Demokratie. 75 Schülerinnen und Schüler stimmen über ihre Anträge in einer „Ratssitzung“ im Bürgersaal ab
Bürgermeister Malte Losert (rechts) und Ratsvorsitzender Heinrich Möller begrüßen die Teilnehmenden von Pimp your town im Bürgersaal.
Bürgermeister Malte Losert (rechts) und Ratsvorsitzender Heinrich Möller begrüßen die Teilnehmenden von Pimp your town im Bürgersaal.
Ausschusssitzung: Letzter Schliff für die Anträge. Der Bildungsausschuss tagt im Rathausfoyer. Unterstützung bekommen die Jugendlichen von Michael Passior, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat
Ausschusssitzung: Letzter Schliff für die Anträge. Der Bildungsausschuss tagt im Rathausfoyer. Unterstützung bekommen die Jugendlichen von Michael Passior, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat


Schülerinnen und Schüler entwickeln bei „Pimp your town“ konkrete Ideen für Gehrden

Drei Tage lang haben sich junge Menschen auf Einladung der Initiative für Demokratie intensiv mit dem Leben und Lernen in Gehrden beschäftigt und dabei jede Menge Vorschläge gemacht, wie die Verhältnisse verbessert werden können. Ganz vorn auf ihrer Prioritätenliste: mehr Wasserspender für alle, die unterwegs Durst haben sowie stabile Internetverbindungen, funktionierende Heizungen und sanierte Toiletten in den Schulen. Ganz nebenbei haben sie viel darüber gelernt, wie Politik in einer Stadt funktioniert. Sie sind in die Rolle von Ratsmitgliedern geschlüpft, haben Für und Wider einer Idee diskutiert, Anträge geschrieben und am Ende darüber abgestimmt – ganz wie es in der „richtigen“ Kommunalpolitik abläuft.

Junge Menschen können viel bewirken

„Pimp your town“ heißt das kommunalpolitische Planspiel, an dem jeweils zwei achte Klassen des Matthias-Claudius-Gymnasiums und der Oberschule Gehrden teilgenommen haben. Ausgerichtet hatte es die Initiative für Demokratie Gehrden gemeinsam mit der Stadt. „Uns ist wichtig, dass junge Menschen verstehen, wie unsere Demokratie funktioniert und wie sie ganz konkret hier in der Stadt Gehrden praktiziert wird“, begründet Barbara Mussack von der Initiative das Projekt. „Wir hoffen, dass ihr gemerkt habt, dass ihr auch selbst Verantwortung übernehmen könnt, dass ihr mitmachen könnt“, ermunterte sie die Jugendlichen zum Abschluss der drei intensiven und arbeitsreichen Tage.


Crashkurs in Kommunalpolitik


Am Anfang stand ein Crashkurs in Kommunalpolitik; der Theorie folgte jedoch sehr schnell die Praxis. Was wünschen sich junge Leute, was vermissen sie und wie könnte man das Leben in Gehrden verbessern? Da purzelten die Ideen, Argumente flogen hin und her, es wurde bewertet und gewichtet, bis zu guter Letzt 15 Vorschläge zu Anträgen ausformuliert und begründet worden waren. Ganz so, wie es in den Ratsfraktionen und Fachausschüssen in echt auch passiert. Am Ende stand eine fiktive Ratssitzung, in der über zwölf Anträge diskutiert und abgestimmt wurde; neun Anträge wurden angenommen und drei abgelehnt.


Highlight zum Schluss: die fiktive Ratssitzung


Gut zwei Stunden hat die Sitzung gedauert und den Teilnehmenden eine Menge Konzentration abverlangt. Auch das wie im richtigen Leben, wie Heinrich Möller, der Vorsitzende des Gehrdener Rates, aus seiner Erfahrung berichtete. Er hatte die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit mehreren Ratskollegen bereits am Vortag intensiv begleitet und zum Abschluss die fiktive Ratssitzung geleitet. Ebenso mit dabei Gehrdens Bürgermeister Malte Losert. „Ich bin begeistert von dem gesamten Projekt“, so sein Fazit. Er will dafür sorgen, dass die angenommenen Anträge in den Ratsausschüssen behandelt werden und die Schülerinnen und Schüler eine Rückmeldung bekommen, was aus ihren Ideen geworden ist.


Positives Echo bei den Jugendlichen


Und wie fanden die Jugendlichen das Angebot? Ganz überwiegend sehr interessant oder zumindest ein bisschen interessant, wie eine Fragebogenaktion zum Abschluss ergab. Die meisten haben das Gefühl, jetzt mehr darüber zu wissen, wie Kommunalpolitik funktioniert. Auch ihre Beteiligungsmöglichkeiten bewerteten die meisten als gut. Vor allem die Diskussionen und die Ratssitzung fanden ein positives Echo. Immerhin 18 der jungen Teilnehmenden hat der dreitägige Workshop dazu motiviert, sich später vielleicht selbst in einer Partei oder im Jugendparlament zu engagieren.


Neuauflage gewünscht


Große Zustimmung fand das Projekt darüber hinaus bei den beteiligten Schulen. „Ich freue mich über die gute Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Sie wurde mit jedem Tag besser“, sagte MCG-Schulleiter Christian Schmidt und wünscht sich eine jährliche Wiederholung.
Diese wird allerdings davon abhängen, ob eine Neuauflage finanziert werden kann. Dieses Mal hatten sich neben der Stadt die Germerott-Stiftung sowie die Lotto-Sport-Stiftung engagiert, um die professionelle Organisation durch den Verein „Politik zum Anfassen“ zu ermöglichen. Der Verein hat „Pimp your town“ erfunden und führt das Planspiel seit rund 15 Jahren bundesweit in vielen Kommunen durch.